Endspiel in Dortmund

Liebe Frau Liebelt,
Lieber Herr Baum,

im Schauspielhaus Dortmund wird gerade Becketts „Endspiel“ gegeben:

http://www.theaterdo.de/detail/event/1877/

Vielleicht möchten Sie auf der Internetseite der Beckett-Gesellschaft
hierauf verweisen.

Freundliche Grüße und Ihnen eine gute Vorweihnachtszeit

Sabine Kozdon

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Ilse Aichinger

>>Das Schreiben spielt die Rolle, dass es mir vielleicht vorkommt, als hätte alles einen gewissen Sinn. Wenn mir zwei oder drei Sätze gelingen, dann habe ich das Gefühl, meine Existenz wäre nicht völlig absurd, als bliebe noch ein Funken Sinn übrig.<< (Ilse Aichinger)

Ilse Aichinger und ihre Zwillingsschwester Helga Michie wurden als Töchter eines Lehrers und einer jüdischen Ärztin in Wien geboren. Die Familie lebte in Linz, bis der Vater die Scheidung einreichte, um seine berufliche Karriere nicht durch die Ehe mit einer Jüdin zu gefährden. Die Mutter zog mit den Kindern zurück nach Wien, wo Ilse Aichinger meist bei ihrer jüdischen Großmutter bzw. in Klosterschulen lebte.Der Anschluss Österreichs bedeutete für die Familie Verfolgung und Lebensgefahr. Helga konnte im Juli 1939 nach Großbritannien fliehen, der Rest der Familie aber nicht mehr nachkommen, da der Krieg ausbrach. Ilse Aichinger blieb bei ihrer Mutter, um sie als Betreuerin einer noch unmündigen Halbarierin vor der Deportation zu bewahren. Die Mutter verlor ihre Stellung, wurde aber tatsächlich bis 1942 nicht behelligt.Ilse Aichinger lebte völlig isoliert von der Öffentlichkeit, ein Studienplatz wurde ihr verweigert. Sie und ihre Mutter wurden in den Kriegsjahren dienstverpflichtet; Ilse Aichinger ging die Gefahr ein, selbst deportiert und getötet zu werden, weil sie ihre Mutter nach Erreichen der eigenen Volljährigkeit versteckte – in einem der Tochter zugewiesenen Zimmer direkt gegenüber dem Gestapo-Hauptquartier im ehemaligen Hotel Metropol am Morzinplatz. Die Großmutter und die jüngeren Geschwister der Mutter wurden 1942 verschleppt und kamen im Vernichtungslager Maly Trostinez in der Nähe von Minsk um.

Studium und Schreiben

1945 begann Ilse Aichinger Medizin zu studieren, brach aber nach fünf Semestern ab, um ihren teils autobiografischen Roman Die größere Hoffnung zu schreiben. Der Kritiker Hans Weigel empfahl ihr, sich und ihre Texte beim S. Fischer Verlag vorzustellen, der schließlich ihre Werke veröffentlichte. 1949/50 arbeitete Ilse Aichinger als Verlagslektorin für S. Fischer, 1950/51 als Assistentin von Inge Aicher-Scholl an der Hochschule für Gestaltung in Ulm.

1951 wurde sie erstmals zur Gruppe 47 eingeladen, wo sie ihren späteren Mann Günter Eich kennenlernte. 1952 gewann sie mit ihrer Spiegelgeschichte den Preis der Gruppe. Im selben Jahr erschien die vielbeachtete Rede unter dem Galgen. 1953 heiratete sie Günter Eich. Das Ehepaar lebte mit den Kindern Clemens, der ebenfalls Schriftsteller wurde, und Mirjam zuerst in Lenggries, dann in Breitbrunn am Chiemsee und seit 1963 in Großgmain im Bundesland Salzburg. Im Jahr der Heirat mit Eich wurde Ilse Aichingers erstes Hörspiel Knöpfe erstausgestrahlt.

Späte Jahre

1972 starb Günter Eich. Neun Jahre später, nach dem Tod der Mutter, zog Ilse Aichinger nach Frankfurt am Main und 1988 nach Wien, wo sie nach einer längeren Schaffenspause Ende der 1990er Jahre wieder zu schreiben begann. Sie gewann regelmäßig renommierte Literaturpreise, obwohl ihre Veröffentlichungen immer weniger und kürzer wurden. 1996 unterzeichnete sie die Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform und untersagte 1997, ihre Texte in Schulbüchern den neuen Regeln anzupassen.

Nach dem Unfalltod ihres Sohnes Clemens im Februar 1998 zog sich die Autorin aus der literarischen Öffentlichkeit fast völlig zurück. Zwei Jahre später erschienen nach 14jähriger Schreibpause die teils autobiografischen Essays Film und Verhängnis. Es folgten noch zwei schmale Bände, die Texte für die Tageszeitung Die Presse versammelten. Ilse Aichinger lebt in Wien, wo sie immer noch fast täglich ihr Stammcafé aufsucht (Café Demel am Michaelerplatz) und häufig ins Kino geht, ihrer großen Leidenschaft.

Werk

Frühe Werke

Von Anfang an rief Aichinger in ihren Werken zur Kritik an politischen und gesellschaftlichen Zuständen auf und sprach sich gegen falsche Harmonie und Geschichtsvergessenheit aus. Bereits 1945 schrieb sie einen Text über die Welt der Konzentrationslager (Das vierte Tor), der erste in der österreichischen Literatur. Ein Jahr später schrieb sie in dem Essay Aufruf zum Misstrauen: „Wir müssen uns selbst misstrauen. Der Klarheit unserer Absichten, der Tiefe unserer Gedanken, der Güte unserer Taten! Unserer eigenen Wahrhaftigkeit müssen wir misstrauen!“ Mit diesem Aufruf gegen die Verdrängung der Geschichte und für eine schonungslose Eigenanalyse wandte sich Ilse Aichinger gegen die deutsche Kahlschlagliteratur, deren Anhänger nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen radikalen Neubeginn propagierten.

1948 schrieb sie ihren einzigen Roman Die größere Hoffnung, in dem sie autobiografisch das Schicksal einer jungen Halbjüdin im Nationalsozialismus schildert. Der Roman bietet keine konkret-realistische Darstellung von Demütigungen, Angst und verzweifelter Hoffnung, sondern eine allegorische Schilderung in zehn chronologisch angeordneten Bildern aus der subjektiven Perspektive eines fünfzehnjährigen Mädchens. Es wird nicht chronologisch nachvollziehbar erzählt, der Text ist eher ein Geflecht aus Traum, Märchen, Mythos und Historie. Monologe wechseln ab mit Dialogen, auktoriales Erzählen mit personalem. Durch die symbolische Überhöhung wird das Grauen keineswegs verharmlost, sondern nur auf eine andere Ebene gehoben und mit zeitlosen Themen verknüpft.

In ihren frühen Erzählungen, die den Einfluss Franz Kafkas zeigen, beschreibt Aichinger das existentielle Gefesseltsein des Menschen durch Ängste, Zwänge, Träume, Wahnvorstellungen und Fieberphantasien. Das Thema der schwierigen Beziehung zwischen Traum und Realtität und zwischen Freiheit und Zwang kehrt immer wieder, etwa im Prosaband Wo ich wohne (1963).

Sprachkritik

Von Anfang an zeigte Aichingers Werk eine ausgeprägte Tendenz zur Verknappung, feststellbar zum Beispiel an der Bearbeitung ihres ersten und einzigen Romans Die größere Hoffnung (1948 und 1960). Der Sammelband Schlechte Wörter (1976) zeigte dazu eine Themenveränderung bei Ilse Aichinger: Dominierte einst die Wahrheitssuche, gelangt sie jetzt zur subversiven Sprachkritik. Sprache erschien der Autorin immer mehr als unbrauchbares Ausdrucksmittel. Zu dieser Auffassung passte das zunehmend seltener werdende Schreiben, zudem wurden die Texte immer kürzer, bis hin zum Aphorismus.

Ilse Aichinger selber erklärte das als Reaktion auf die fehlenden Zusammenhänge in der Welt der Gegenwart: Man kann nicht einfach drauflosschreiben und künstlich Zusammenhänge herstellen. Ihre Poetik des Schweigens ist ihre Konsequenz aus der Ablehnung jeder Form von Konformismus: Gegen die sehr häufige Meinung des ‚So ist es eben‘, die, was sie vorfindet, fraglos akzeptiert. Die Welt verlangt danach, gekontert zu werden.

Auszeichnungen

1952: Literaturpreis der Gruppe 47; Ehrung im Rahmen des René-Schickele-Preises (zusammen mit Franziska Becker, Heinrich Böll, Siegfried Lenz, Luise Rinser und Heinz Risse; Hauptpreisträger: Hans Werner Richter)
1955: Immermann-Preis; Literaturpreis der Stadt Bremen (für Der Gefesselte. Erzählungen; Preisträgerin zusammen mit Herbert Meier)
1961: Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (zusammen mit Joachim Maass)
1968: Anton-Wildgans-Preis
1971: Nelly-Sachs-Preis. Laudatio: Karl Krolow
1974: Literaturpreis der Stadt Wien (zusammen mit Manès Sperber)
1975: Roswitha-Preis
1979: Georg-Trakl-Preis
1979: Franz-Nabl-Preis
1982: Petrarca-Preis. Laudatio: Michael Krüger
1983: Franz-Kafka-Preis. Laudatio: Wendelin Schmidt-Dengler
1984: Marie-Luise-Kaschnitz-Preis
1984: Günter-Eich-Preis (Lyrik)
1987: Europalia-Literatur-Preis der Europäischen Gemeinschaft
1988: Weilheimer Literaturpreis
1991: Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Laudatio: Peter Horst Neumann
1991: Peter-Rosegger-Preis; Manès-Sperber-Preis (zusammen mit Albert Drach)
1995: Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur; Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur
1997: Erich-Fried-Preis
2000: Joseph-Breitbach-Preis (zusammen mit W. G. Sebald und Markus Werner)
2002: Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Laudatio: Günter Traxler

Prosa

Die größere Hoffnung. Roman. Bermann-Fischer, Amsterdam 1948.
Rede unter dem Galgen. Erzählungen. Jungbrunnenverlag, Wien 1952.
Der Gefesselte. Erzählungen. S. Fischer, Frankfurt am Main 1953 (darin: Das Fenster-Theater)
Eliza Eliza. Erzählungen. S. Fischer, Frankfurt am Main 1965.
Nachricht vom Tag. Erzählungen. S. Fischer, Frankfurt am Main 1970.
Meine Sprache und ich. Erzählungen. S. Fischer, Frankfurt am Main 1978.
Kleist, Moos, Fasane. S. Fischer, Frankfurt am Main 1996.
Eiskristalle. Humphrey Bogart und die Titanic. S. Fischer, Frankfurt am Main 1997.
Film und Verhängnis. Blitzlichter auf ein Leben. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001.
Der Wolf und die sieben jungen Geißlein. Edition Korrespondenzen, Wien 2004.
Unglaubwürdige Reisen. S. Fischer, Frankfurt am Main 2005.
Subtexte. Edition Korrespondenzen, Wien 2006.

Lyrik

Verschenkter Rat. S. Fischer, Frankfurt am Main 1978.
Kurzschlüsse. Edition Korrespondenzen, Wien 2001.

Hörspiele

Knöpfe. 1953.
Zu keiner Stunde. S. Fischer, Frankfurt am Main 1957.
Französische Botschaft. 1960.
Weiße Chrysanthemen. 1961.
Besuch im Pfarrhaus. Ein Hörspiel. Drei Dialoge. S. Fischer, Frankfurt am Main 1961.
Nachmittag in Ostende. 1968.
Die Schwestern Jouet. 1969.
Auckland. Vier Hörspiele. S. Fischer, Frankfurt am Main 1969.
Gare Maritime. 1976.
Zu keiner Stunde. Szenen und Dialoge. S. Fischer, Frankfurt am Main 1980.

Sammelbände

Wo ich wohne. Erzählungen, Gedichte, Dialoge. Fischer, Frankfurt am Main 1963.
Heinz F. Schafroth (Hrsg.): Dialoge, Erzählungen, Gedichte. Reclam, Stuttgart 1971.
Schlechte Wörter. S. Fischer, Frankfurt am Main 1976.
Gedichte und Prosa. Gymnasium Weilheim, Weilheim i. OB. 1980.
Werke in acht Bänden. S. Fischer, Frankfurt am Main 1991.
Aufzeichnungen 1950–1985. Reclam, Leipzig 1992.

PS.: Der Text ist eine Übernahme von

http://www.browsebiography.com/bio-ilse_aichinger.html

Die Betreiber von browserbiography.com haben ungefragt ein Foto von mir, ein Porträt von Ilse Aichinger benutzt. (kb)

 

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Seminare zu und über Beckett. Reading 2013.

Beckett at Reading 2013

Celebrating the 25th Anniversary of the Beckett International Foundation

4 – 7 April 2013

The Beckett International Foundation is a charitable trust and holds the most extensive collection of Samuel Beckett materials in the world. The Beckett Archive, which grew out of an exhibition of manuscripts and other material at the University of Reading in 1971, is open to the public and to academic researchers.

The Foundation also serves the Beckett community through its publications, conferences and other events. It also supports the research and teaching of Beckett’s work at all degree levels and in a variety of departments across the University of Reading.

http://www.beckettfoundation.org.uk/

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Beckett in Paris – Erste Liebe, letzter Atem

Zwei grosse alte Schauspieler sind momentan mit drei Beckett-Monologen auf Pariser Bühnen zu sehen – Sami Frey und Serge Merlin. Beklemmend ist vor allem Ersterer in «Premier amour», der Adaptation eines frühen Prosatextes.

Samuel Beckett ist eine feste Grösse, zumal in seiner Wahlheimatstadt Paris. Die Werke des irischen Nobelpreisträgers, der sie auf Englisch oder Französisch verfasste und oft selbst in die jeweils andere Sprache übertrug, stehen jahrein, jahraus auf den Spielplänen der hauptstädtischen Theater: nicht nur der öffentlichen, sondern – ein sicheres Zeichen für ihre Anziehungskraft auf das breite Publikum – auch der privaten. So zurzeit drei Texte, die durch zwei grosse alte Schauspielern vorgetragen werden: «Premier amour» und «Cap au pire» durch den 75-jährigen Sami Frey im Théâtre de l’Atelier, «La Dernière bande» durch den 79-jährigen Serge Merlin im Théâtre de l’Œuvre. Drei Texte aus verschiedenen Schaffensperioden, die die inhaltliche und formale Vielfalt von Becketts Schaffen illustrieren.

Mehr hier:

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/buehne_konzert/erste-liebe-letzter-atem-1.17861246

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Robert Walser – Der Spaziergang

Ausstellung zu Walser: 24.11.12 – 12.01.13 Opening: 23.11.12, 18:00

Installation, Objekte, Zeichnung

Galerie Zink Berlin

– Berlin

http://www.galeriezink.de/exhibitions/exhibitions-detail/location/berlin/exhibition/robert_walser_der_spaziergang/

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Szenische Lesung der Erzählung von Franz Kafka Theater für Niedersachsen

 Theater für Niedersachsen

Einer der bedeutendsten Texte des 20. Jahrhunderts: einfach ungeheuerlich, einfach faszinierend! „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ – Es ist unerhört, was Franz Kafka hier schreibt. Gregor Samsa nimmt seine neue Daseinsform zunächst ungläubig zur Kenntnis, erst nach und nach wird sie zur körperlichen Gewissheit. Bislang hat er als Handelsvertreter für den Unterhalt der Familie gesorgt, nun sperren ihn die Eltern vor Ekel in sein Zimmer ein. Nur seine Schwester Grete bringt ihm zu essen, während Gregor nutzlos und isoliert dahindämmert. Jede Begegnung zwischen Gregor und seiner Familie wird zur Katastrophe. Offenbar kann nur sein vollständiger Rückzug aus dem Leben diesen unhaltbaren Zustand beenden.

Franz Kafka hat 1912 mit seiner Novelle „Die Verwandlung“ eine bestechend einfache Geschichte erfunden, die zugleich komplexe Fragen aufwirft. In trocken-sachlichem Ton erzählt Kafka das bizarre Geschehen. Er beschreibt das Gefühl grundlegender Entfremdung, die Unmöglichkeit sich mit seinen Mitmenschen zu verständigen, und er erzählt von den Deformationen, die hierarchische Machtstrukturen anrichten. Das TfN bringt dieses literarische Ereignis als szenische Lesung auf die Bühne.

Die Verwandlung von Franz Kafka

Szenische Lesung

Datum:

Donnerstag, 21. Februar 2013 um 20:00

Location:

Potpourri im Kurhaus

Adresse:

Sebastian-Kneipp-Platz 1
29683 Bad Fallingbostel

Telefon:
05162 902 988
Webseite:
potpourri-fallingbostel.de
 
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Ulysses-Hörspiel wird wiederholt

„Ulysses“ – das Hörereignis des Jahres 2012

Der Roman von James Joyce als Hörspiel in 18 Teilen

Eine außerordentliche Produktion erfordert außerordentliche Maßnahmen. Für unsere gigantische, 18-teilige Hörspielproduktion „Ulysses“ nach dem gleichnamigen Joyce-Roman in 18 Kapiteln öffnet die Nachrichtenredaktion – und dies allein ist schon ein einmaliger Vorgang – ihr Sendeschema.

Jeden Tag – vom 22. Dezember 2012 bis zum 1. Januar 2013 – von 14.05 Uhr (werktags ab 14.10 Uhr) bis 16.00 Uhr hören Sie James Joyce im Radio:

die Odyssee des Annoncen-Akquisiteurs Leopold Bloom durch die Straßen und Gassen von Dublin, an einem einzigen Tag, von 8.00 Uhr morgens bis spät in die Nacht. Mit dabei: sein Bruder im Geiste, Stephen Dedalus.

Jedem Kapitel hat Joyce eine Figur und einen Gesang aus Homers „Odyssee“ zugeordnet, eine Uhrzeit, einen Ort in Dublin, eine Kunstrichtung, eine Farbe, ein Symbol und eine Erzähltechnik. Nach diesem sogenannten Gilbert-Schema können Sie sich immer wieder orientieren. „Ulysses“, einer der größten und einflussreichsten Romane des 20. Jahrhunderts, gilt für viele Leser immer noch als eine uneinnehmbare Festung. Diese Hürde kann mit Klaus Buhlerts Romanadaption im wahrsten Sinne spielend genommen werden.

Zum ganzen Text:

http://www.dradio.de/aktuell/1922318/

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„Ulysses“ ist das Hörbuch des Jahres

Das Hörspiel „Ulysses“ nach dem Roman von James Joyce ist „Hörbuch des Jahres 2012“. Die 32 CDs umfassende Produktion (Hörverlag/SWR, DLF) sei eines der besten Hörspiele, die je realisiert wurden, urteilte die Jury nach Mitteilung des Hessischen Rundfunks (hr) vom Mittwoch. Die Auszeichnung wird am 6. März 2013 in Köln verliehen.

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Wie ein Leben im Exil – Vincent van Gogh

ZITATOR 1: “[… W]as mich quält ist die Frage: Wozu könnte ich taugen[?] [K]önnte ich nicht auf irgendeine Art dienen und nützlich sein […]? Siehst Du, das quält mich dauernd, und dann fühlt man sich als Gefangener der Geldnot, von dieser oder jener Arbeit ausgeschlossen […]. Das macht einen schwermütig, man fühlt eine Leere da, wo Freundschaften […] sein könnten; man spürt, wie die schreckliche Mutlosigkeit sogar die moralische Energie auffrißt, das Verhängnis scheint jede liebevolle Regung verhindern zu können, und eine Flut des Ekels steigt in einem hoch. Und dann sagt man: >Wie lange noch, mein Gott!< […]“

SPRECHER: In einem jener Hochglanzmagazine, die ihre Themen auf das neoliberale Denken focusieren und es nach Kräften befördern, war vor einigen Jahren zu lesen, daß dem Kunstmarkt im Fin de siècle des 20. Jahrhunderts kein Talent mehr entgeht. Den Spekulanten, die nicht nur in Aktien, Investmentfonds und Immobilien investieren, sondern auch durch den Kauf von Kunstwerken ihr Kapital gewinnbringend anlegen möchten, diesen Spekulanten stehen Galerien und Art-Consulting-Firmen zur Seite, die ihrerseits die Augen offenhalten. Ihr Ziel ist es, dem Geldanleger momentan im Preis noch äußerst günstige Kunstwerke zu vermitteln, in der Hoffnung, daß der Marktwert dieser Werke in wenigen Jahren oder zumindest in einigen Jahrzehnten astronomisch ansteigen wird. Hoffnung ist jedoch nicht ganz das richtige Wort: Denn wer das >Goldene Kalb< oder den >Almighty Dollar< zum Mittelpunkt seines Lebens macht, der möchte Gewißheit haben; die Rendite-Chance muß schon einen hohen Wahrscheinlichkeitswert aufweisen. Soll ihr Geschäft florieren, müssen die Einkaufsberater Sicherheit ausstrahlen: Sie müssen in der Tat sehr gut informiert sein, müssen auf internationalen Kunstausstellungen wie der Biennale in Venedig oder der >documenta< in Kassel zu Hause sein. Sie wissen, wer gerade welchen Kunstpreis erhalten hat, wen die maßgeblichen Kuratoren besonders hoch einschätzen, welcher Künstler soeben verstorben und deshalb den Museen und Kunstmagazinen jetzt vielleicht eine Retrospektive wert ist. Zur Not wird auch schon einmal nachgeholfen: Der Galerist lanciert, wenn er finanzstark ist, mit einer großzügigen Spende seine Schützlinge auf den prestigeträchtigsten Austellungen. Diese Investition lohnt sich allemal, läßt eine Beteiligung zum Beispiel auf der >documenta< den Marktwert eines Künstlers doch in die Höhe schnellen.
Denn der Erwerb von Werken eines Nachwuchskünstler, der weder ein Schmidt-Rotluff-Stipendium noch einen Turner-Preis aufzuweisen hat, eine solche Investition ist den Anlegern zu riskant: Man müßte wie in der Lotterie viele Lose, also zu breit gestreut, kaufen, um mit Sicherheit einen Treffer zu landen. Deshalb orientiert man sich lieber an einer Art Pre-Selection der sogenannten Trendsetter.
Wie hatte sich Vincent van Gogh bezeichnet? – “als Gefangener der Geldnot”!
Ist man sich heute tatsächlich sicher, aus der Vergangenheit, aus der Historie skandalöser Fehleinschätzungen gelernt zu haben? Das Paradigma solcher Fehleinschätzung schlechthin stellt ja die Lebensgeschichte Vincent van Goghs dar, der selbst – von seiner Umwelt mißachtet – nur wenige Bilder verkaufte, und die auch noch zu einem sehr geringen Preis. Aber je mehr man heute als Kurator oder Kunstverkäufer gezwungen ist, mit der Überzeugung aufzutreten, daß einem kein wirkliches Talent mehr entgeht, um so mehr unterliegt man der Selbstüberschätzung: Je gewisser man sich ist, keinen Künstler mehr zu übersehen, desto verblendeter wird die Ausgrenzung. Wen man übersieht, der hat dann eben kein Talent.

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Weiter hier:

http://klausbaum.wordpress.com/vincent-van-gogh/vincent-van-gogh/

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Marcel Proust. Sein Leben in Bildern und Dokumenten

Sonntag, 09.12.2012, 11:30 Uhr

Buchvorstellung mit Reinhard Pabst

Lengfeld’sche Buchhandlung in Köln

http://www.lengfeldsche.de/veranstaltungen-details/events/marcel-proust-sein-leben-in-bildern-und-dokumenten.html

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