meistens tun wir nicht, was wir wollen

„I tried to groan, Help! Help! But the tone that came out was that of polite conversation.“

Samuel Beckett, „The End“ (1946)
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so sehen heutzutage literaturnachrichten aus

Becketts „Der Verwaiser“ in Recklinghausen

Vor 3 Tagen  Soester Anzeiger

Von Katrin Pinetzki RECKLINGHAUSEN – Ein Wiedersehen mit Miriam Goldschmidt und Samuel Beckett gab es nun in Recklinghausen: Vor acht Jahren stand beziehungsweise saß die Schauspielerin zuletzt auf der Bühne des … mehr

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Klaus Baum möchte einen Filmregisseur vorstellen

Ich habe Michael O’Connor vor zwei Jahren in Hamburg kennengelernt anläßlich der Premiere seines Films Schlafende Hunde. Die Begegnung war kein Zufall, da ich eigenes wegen der Uraufführung des Films nach Hamburg gefahren bin. Ich habe nun Michael gebeten, etwas über sich selbst und seine Arbeit zu schreiben, ich habe ihn allein schon aus dem Grund gebeten, weil er ein Ire ist und die Beckett-Gesellschaft sich besonders zur Kunst der Iren hingezogen fühlt, jedenfalls sagen sie das im Vorstand immer wieder.

Hier nun der Text von Michael:

Michael O’Connor, Regisseur

Persönlich

Ich komme aus Dublin. Bisher bestand mein Leben in Dublin, London und Hamburg, aus einer Reihe von Obsessionen: Erst kam das Schwimmen mit 10 Jahren, gefolgt von Fußball, Tischtennis & Tennis, die ich während meiner Jugend gespielt habe. Als ich in meinen Zwanzigern war, war ich von Musik besessen und habe als Drummer in einer Band gespielt. Danach kam die Liebe zur Architektur, Kunst und Theater (als schlecher Schauspieler). In Dublin und London habe ich nach meinem Studium in Architekturbüros gearbeitet.

 

Meine Reise ging aber weiter bis ich die Welt des Films entdeckt habe. Diese Welt ist für mich eine Synergie von allem was ich bis jetzt gemacht habe und da ich immer neugierig bin, will ich in Becketts Worten Wieder Versuchen, Wieder Scheitern, Besser Scheitern. Seitdem ich in Hamburg bin (etwa 15 Jahre), habe ich verschiedene Kurzfilme gedreht und 2010 meinen ersten Spielfilm fertig gestellt.

Schlafende Hunde:

Mich interessieren emotionale und spannende Geschichten über Menschen, die in sich und ihre Umwelt Abgründe und Geheimnisse entdecken. Diese Abgründe sind das Thema von meinem ersten Spielfilm Schlafende Hunde. Zusammen mit Drehbuchautorin/Produzentin Ninon Schubert haben wir eine Geschichte gewoben, die ohne Effekte auskommt, sich dafür aber umso mehr auf die Hauptfigur fokussiert: Wie ein Westernheld, kommt er in die Stadt, sucht, findet und “geht” wieder.

Beckett Projekt:

Wir arbeiten jetzt an verschiedenen Projekten. Und eins davon ist ein Spielfilm über Beckett. Beckett habe ich zuerst in Dublin in der Schule gelesen, aber als ich nach Hamburg kam, habe ich mich viel mit Krapp’s Last Tape beschäftigt. Fast hätte ich es als Theaterstück inszeniert. Was mich an Beckett fasziniert ist, dass er in seinen Stücken und Büchern das macht, was der Architekt Mies van der Rohe gesagt hat: Weniger ist mehr. Ganz im Gegensatz zu James Joyce, obwohl ich ihn auch sehr schätze.

Bei unserem Beckett Projekt geht es um seine Zeit in Deutschland in 1936/37: Samuel Beckett lässt seine persönlichen Probleme hinter sich und reist nach Deutschland, um seine Liebe zur deutschen Kunst zu vertiefen. Angefangen in Hamburg geht er auf eine sechsmonatige Reise und trifft deutsche Maler und Galeristen. Als die NS-Verfolgung von Künstlern eskaliert, findet Beckett es zunehmend schwierig, die Künstler zu treffen und ihre Arbeit zu sehen. In München wird es so gefährlich, dass er gezwungen ist, seine Reise abzubrechen.

Es ist ein Roadmovie über einen Autor, der noch dabei ist seine eigene schriftstellerische Stimme zu entdecken und der auf eine lebendige und bunte Künstlerszene trifft, die kurz davor ist, systematisch zerstört zu werden.

Webseiten, auf denen auch eine Reihe von Fotos zu finden sind:

www.shakedownfilms.eu

www.schlafende-hunde-film.de

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Beckett-Anlage Kassel

Wolfgang Rudolph, der verstorbene Geschäftsführer der Samuel-Beckett-Gesellschaft, war zugleich Ortsvorsteher des Stadtteils Vorderer Westen in Kassel.  In diesen beiden Eigenschaften ist er Mitinitiator einer Anlage aus Neubauten, aus Wohn- und Geschäftshäusern. Die Anlage trägt den Namen Samuel Becketts. Auf Rudolph geht auch die Idee zurück, an den Fassaden der neuen Häuser und an einer Treppe, die ebenfalls neu ist und von der Breitscheidstraße hinab zur Anlage führt, Zitate und Verweise anbringen zu lassen. Für die textliche Auswahl zeichnet Willi Schaumann verantwortlich. Er ist ebenfalls Mitglied des Ortsvereins Vorderer Westen.

Die gestalterische Ausführung hat Werner Krömecke übernommen, ein Maler, Zeichner und Architekt. Das Bild zeigt Krömecke auf der Leiter bei der Arbeit.

(Aufs Bild klicken, um es zu vergrößern.)

Gesponstert werden diese Wandinschriften unter anderem von REWE, weshalb ich deren Firmenzeichen mit aufgenommen habe.

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Samuel Beckett Summer School

2011 SUMMER SCHOOL
Happy Summer School 2011 participants
11 to 15 July 2011

Trinity College Dublin was honoured to present the annual Samuel Beckett Summer School, a weeklong celebration and exploration of the works of one of its most famous graduates. We invited the world’s foremost Beckett scholars to present new lectures and seminars on all aspects of Beckett’s works. The School provides the opportunity to savour and study Beckett’s works in the context of the university where he began his intellectual life.

The Summer School ran for one week from 11 to 15 July 2011. There were two lectures in the morning and a choice of seminars was available in the afternoon. In this, the first year, we ran four seminars; enrolled students chose which seminar they wished to attend when they registered. One of the seminars was a drama workshop and one was a reading group. In the evenings we offered a range of activities, which included a performance of one of Beckett’s plays at the Samuel Beckett Theatre specially commissioned for the Summer School. The Library at Trinity College, which houses a significant collection of Beckett’s manuscripts, prepared an exhibit for the Summer School.
S.E. Gontarski’s lecture: ‘”Thought thinks in its own right”: A.A. Luce, Samuel Beckett, and Bergson’s Doctrine of Failure’
Themes and Speakers

Each year the Summer School will have a unique theme, which will be addressed in one of the seminars and two of the lectures. The theme for 2011 was Gilles Deleuze and Samuel Beckett.

Speakers for 2011 included: Linda Ben-Zvi, Ian Buchanan, Gerry Dukes, S.E. Gontarski, Barry McGovern, Mark Nixon, Sarah Jane Scaife, Dirk Van Hulle, and Shane Weller. The Patron of the Summer School is Edward Beckett.

 

View more images of the Summer School 2011

 

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Walter Benjamin

When my mother—although she was staying at home this evening—came in haste to say goodnight to me, I felt more keenly than ever the gift she laid on my bedspread every evening at this time: the knowledge of those hours which the day still held in store for her, and which I, consoled, took with me into sleep, like the rag doll of old. It was those hours which, secretly, and without her being aware of it, fell into the folds of the coverlet she arranged for me—those hours which, even on evenings when she had to go out, comforted me with their touch, in the form of the black lace of the shawl which she already had over her head. I loved the nearness and the fragrance it bestowed on me. The brief time I had in the shadow of this shawl gladdened me more than the bonbons she promised me, with a kiss, for next morning. When my father then called to her from outside my room, I felt only very proud, as she departed, to be sending her thus arrayed into society. And without quite realizing it, I grasped there in my bed, shortly before falling asleep, the truth of a little enigma: „The later the hour, the lovelier the guests“.

—Walter Benjamin, in Society (extract), Berlin Childhood around 1900, trans. Howard Eiland, Harvard University Press, 2006, pp. 139-140

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Moustakis Solitude

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E. T. A. Hoffmanns Goldener Topf als Hörspiel im SWR 2

Donnerstag, 30.05.2013, 18.20 Uhr, Hörspiel am Feiertag

E.T.A. Hoffmanns goldener Topf (1/2)
Ein romantisches Phantasiestück von E.T.A. Hoffmann
Mit: Ernst Jacobi, Daniel Kasztura, Karl Lange, Evelin Pielmeier, Ernst Otto Fuhrmann, Peter Lieck u.a.
Musik: Heinz von Cramer
Hörspielbearbeitung und Regie: Heinz von Cramer
(Produktion: SDR/WDR 1985)
Länge: ca. 60 Minuten

In kaum einem Werk E.T.A. Hoffmanns tritt der Widerspruch zwischen einem sehnsüchtig erstrebten, romantischen  Atlantis und der erbarmungslosen Misere der Gegenwart, unter der der Autor Zeit seines Lebens litt, deutlicher zutage als im “Goldenen Topf”. Anselmus, der reine Tor und Märchenheld, verstrickt sich in wahnsinniger Liebe zu Serpentina, einer der drei Töchter des Geheimen Archivarius Lindhorst, die alle drei in grünem Gold glänzende Schlänglein sind. Inbrünstig sucht Anselmus die ferne Geliebte, bis er sie endlich in Atlantis, dem Reich der Poesie, findet. Doch weder die poetisch-romantische Utopie noch der geheimnisvoll schillernde Archivarius Lindhorst können den Erzähler darüber hinwegtrösten, dass er eben doch in seinem Dachstübchen bleibt, den Sinn befangen von den “Armseligkeiten des bedürftigen Lebens”.

Teil 2 des Hörspiels senden wir am Sonntag, 02.06.2013, 18.20 Uhr.

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50 Jahre Frost – Bernhards Frost

Im Mai 1963 erschien in einer Auflage von 2000 Exemplaren Thomas Bernhards Roman Frost im Insel Verlag . Gleich nach Erscheinen erregte der Roman größte Aufmerksamkeit: Noch nie hatten die Rezensenten und Leser derartig aufwühlende Sätze über einen froststarren, finsteren Ort namens Weng im höchsten Österreich gelesen. Der Maler Strauch beschimpfte an dieser Stelle Gott und die Welt, erkannte um sich herum nur Kranke, Kretins und Todgeweihte. (Für den Roman erhielt Bernhard nicht nur den Bremer Literaturpreis, sondern auch den Österreichischen Staatspreis für Literatur, was die Gemeinde Weng zu heftigen Protesten beim Bundesminister wegen Verleumdung einer ganzen Gemeinde veranlasste.)

Um das Irritationspotenzial dieses Romans einzugrenzen, verlegten die Interpreten sich schon bald darauf, die sinnlosen, widersinnigen Wortkaskaden des Malers als prototypisch für einen pathologischen Charakter anzusehen, der seinerseits prototypisch den Zerfall unserer Gegenwart vorlebt.

Aus den vielen Vorstufen zu Frost präsentiert dieser Band aus Anlass des 50-jährigen Erscheinens eine frühe Fassung, in der ein Eisenbahner mit dem Namen Leichtlebig bei einer Kur in Schwarzach (bei Goldegg-St.Veit) einem Lehrer begegnet und mit ihm ausgedehnte Spaziergänge unternimmt. Die zweite der für diesen Band ausgewählten Vorstufen datiert aus der Zeit unmittelbar vor der Fertigstellung des Romans: Die Argumente eines Winterspaziergängers gab Thomas Bernhard seinem Freund Gerhard Fritsch, damit dieser sie in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Wort in der Zeit publizierte: Bernhard hat für diese Vorabveröffentlichung des Romans signifikante Passagen aus diesem zusammengestellt und sie zu einem 19-seitigen Manuskript zusammengefügt – eine Veröffentlichung kam allerdings nicht zustande.

Quelle und mehr:

http://www.suhrkamp.de/buecher/argumente_eines_winterspaziergaengers-thomas_bernhard_42348.html

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Night Waves: Derval Tubridy talks to Lisa Dwan

Dwan on Not I at London’s Royal Court Theatre

From BBC Radio 3: ‚The stage is in darkness except for a mouth visible about eight feet above stage level, „emitting“ a stream-of-consciousness account of a life. Samuel Beckett’s ‚Not I‘ received its European premiere 40 years ago at the Royal Court Theatre in London. To mark the anniversary the theatre is staging the piece again, performed by Lisa Dwan. Lisa joins Samira, along with Derval Tubridy, author of several studies of Beckett’s work, to discuss a text Beckett said he wanted to „work on the nerves of the audience, not its intellect“.‘

Listen:

http://www.bbc.co.uk/programmes/b01shybw

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