Buchempfehlungen

Ulrich Pothast, Die eigentlich metaphysische Tätigkeit – Über Schopenhauers Ästhetik und ihre Anwendung durch Samuel Beckett 

Die eigentlich metaphysische Tätigkeit gibt eine Rekonstruktion von Schopenhauers Ästhetik unter den Gesichtspunkten, die für ihr Weiterleben bei >modernen< Autoren, vor allem bei Beckett, entscheidend waren. Im zweiten Teil geht Ulrich Pothast der Vermutung nach, daß Beckett in seiner eigenen Kunstproduktion sein frühes metaphysisches Konzept von Kunst nicht nur beibehalten, sondern auch resolut fortgeschrieben hat. MEHR ….

2. Auflage 2016, erschienen: 24.07.1989, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 787, Taschenbuch, 412 Seiten, ISBN: 978-3-518-28387-5, 20 Euro

Sandra Fluhrer, Konstellationen des Komischen, Beobachtungen des Menschen bei Franz Kafka, Karl Valentin und Samuel Beckett

Die Frage, wie Komik funktioniert, gehört zu den besonders umstrittenen und zugleich zu den besonders vernachlässigten Problemstellungen der geisteswissenschaftlichen Forschung. Sandra Fluhrer versucht eine Annäherung an die Funktionsweise des Komischen über eine philologische Näherungsarbeit am komischen Text. Gegenstand der komparatistischen Studie sind literarische, theatrale, filmische und zeichnerische Arbeiten Franz Kafkas, Karl Valentins und Samuel Becketts. Detaillierte Analysen belegen eine ästhetische Verwandtschaft der drei Autoren …… MEHR ….

1. Aufl. 2016, periplous, Münchener Studien zur Literaturwissenschaft, 410 Seiten, 17 s/w Abb., kart., ISBN: 978-3-7705-6035-6, 49,90 Euro

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Premiere „Endspiel“, 12.01.18, Schauspielhaus Köln

Inszenierung von Rafael Sanchez, Hausregisseur am Schauspielhaus Köln

»Es ist zu Ende, es geht zu Ende, es geht vielleicht zu Ende« – so heißt es gleich zu Beginn von Becketts düsterer Komödie. In einer schwindenden Welt sind sie übriggeblieben, Hamm, der Herr, Clov, der Knecht, sowie Hamms Eltern, die »verfluchten Erzeuger«. Sie können nicht fort, sie sind gefangen in gegenseitiger Abhängigkeit an einem trostlosen Ort. Und so spielen sie das unendliche Endspiel, sie reden an gegen die Hoffnungslosigkeit, die überall lauert. Es sind verzweifelte Clowns, die mit großem Witz und voller Boshaftigkeit gegen das Nichts ankämpfen: »Die Zone der Indifferenz drängt von innen nach außen« (Adorno). Die einzige Waffe, die bleibt, ist Humor.

Besetzung und weitere Termine klicke ……. hier

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Schauspielkritik: Becketts Stücke „He, Joe“, „Nicht ich“, „Tritte“

„“He, Joe“ (1965), „Nicht ich“ (1972) und „Tritte“ (1975) sind späte Kurztexte Becketts, allesamt Kopfinnenraumstücke, in denen nur die Erinnerung, der Schmerz, die Schuld aus den Figuren spricht – in Form eines Monologs mit sich selbst, einem repetitiven Rauschen im Kopf. Das ist unsagbar düster und trostlos – aber durchaus existenziell“, schreibt Barbara Behrendt in ihrer Schauspielkritik über die Premiere am 10.11.2017 in der Volksbühne Berlin (Regie Walter Asmus und Tino Sehgal).

Die ganze Kritik hier

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DLA Marbach, Ausstellung „German fever. Beckett in Deutschland“, Eröffnung 8.11.17

Am 8.11.2017 konnten ca. 150 Gäste erstmalig die Räume der Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne besuchen. Vor der Eröffnung fand ein Podiumsgespräch im Humboldt-Saal mit dem Literaturwissenschaftler und Beckett-Forscher Mark Nixon (University of Reading), dem Schriftsteller Wilhelm Genazino und Jan Bürger (Moderator, DLA) statt. 

Angesprochen wurden Becketts Stationen und Begegnungen, seine Interessen, Einflüsse und Gedanken während seiner Deutschland-reisen. Wilhelm Genazino erzählte über seine Eindrücke, die er von Beckett während einer Probe am Schiller-Theater hatte. Mark Nixon sieht -und dies wurde nachvollziehbar dargelegt- Beckett als einen europäischer Schriftsteller. Als den entscheidenden Auslöser für Becketts Deutschlandreisen wurde auch noch einmal die Liebesbeziehung zu Peggy Sinclair, seiner irischen Cousine, angesprochen, die er zwischen 1928 und 1932 (?) mehrfach zu Weihnachten in Kassel besucht hatte. Kurz erwähnt wurde auch, dass die große Deutschlandreise Becketts zwischen Sept. 1936 und April 1937 und seine Beschäftigung mit der deutschen Kulturlandschaft auch auf dem Hintergrund zu sehen ist, dass sich Beckett zu dieser Zeit in einer Selbstfindungsphase befand (seine Anerkennung als Schriftsteller erfolgte sehr viel später; sein Roman Murphy (1938 erschienen) zB wurde mehrfach von den Verlagen abgelehnt). In dieser Zeit entstanden die „German Diaries“, die u.a. Becketts Eindrücke und Analysen aus seinen zahlreichen Besuchen in Museen, Galerien und bei Sammlern (ca. 500 Werke sind dokumentiert) beschreiben.  

Die Ausstellung zeigt einige Manuskriptseiten der „Diaries“ aus den ursprünglichen 6 Kladden. Dank Mark Nixon werden wir in ca. 2 Jahren diese Tagebücher in deutscher Übersetzung lesen können. Becketts frühe Deutschlandreisen waren Ausflüge in die Literatur (er liest u.a. Goethe, Rilke, Kafka, später Hölderlin), Musik (Vorliebe zu Schubert und Beethoven), Malerei, Bildhauerei, Theater, Film. Während seiner großen Reise verfolgte und analysierte Beckett natürlich auch die Ereignisse im Nazi-Deutschland. Die Reden Hitlers und Göbbels, die Weltanschauung der Nazis verursachten bei ihm Brechreiz. Seine Reisen in der 1960er/1970er Jahren waren „arbeitsbedingt“: Inszenierungen am Schiller-Theater Berlin, Fernsehspiele/Hörspiele beim SDR Stuttgart. 

Die Ausstellung vermittelt Becketts Deutschland und Becketts kulturgeschichtliche Bedeutung auf sehr eindrückliche Weise anhand zahlreicher Dokumente; besonders hervorzuheben Becketts Bekanntschaft 1953 mit Peter Suhrkamp und später mit Siegfried Unseld (die Verbindung mit dem Suhrkamp Verlag blieb bis zu Becketts Tod 1989). Becketts Erfolgsgeschichte in Deutschland ist ohne diese Verbindung wohl nicht denkbar.

Herzlichen Dank an die Ausstellungsmacher Mark Nixon, Dirk Van Hulle, DLA-Team, Ellen Strittmatter (Kuratorin).

Die Ausstellung geht noch bis 29. Juli 2018 und ist wie auch das Ausstellungsbuch (Marbacher Magazin 158/159; 20 Euro) sehr zu empfehlen.

Zu Foto 1: v.l. Mark Nixon, Jan Bürger, Wilhelm Genazino, Zu Foto 2: v.l. Mark Nixon, Konstanze Liebelt (1. Vorsitzende SBG), Günther Görgen (SBG, SBG Blog), Wilhelm Genazino

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Ankündigung: „German fever. Samuel Beckett in Deutschland“

Ausstellungseröffnung am 8.11.2017, 19:30 im Humboldt-Saal des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Mit Wilhelm Genazino. Moderation: Jan Bürger.

Samuel Becketts Begeisterung für die deutsche Sprache und Kultur prägt sein Denken und Schreiben. Die in Kooperation mit der University of Reading entstandene Ausstellung zeigt seine Auseinandersetzung mit Deutschland in den bisher unveröffentlichten Reisetagebüchern von 1936/37, in Briefen und Manuskriptentwürfen. Becketts Inszenierungen am Schiller-Theater Berlin, seine Arbeit mit dem Süddeutschen Rundfunk, aber vor allem seine Verbindung zu Siegfried Unseld und dem Suhrkamp Verlag lenken den Blick darüber hinaus auf Becketts kulturgeschichtliche Bedeutung.
Eintritt frei.

Link

 

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Neunte

Und wieder geht es weiter mit „Beckett bei Beckett“!

Eine Lesereihe mit Texten von Samuel Beckett während der documenta 14
Veranstalter: Samuel Beckett Gesellschaft in Kooperation mit dem Wirt Brendan Kennedy

Mittwoch, den 16. August 2017
Es lesen: Herwig Lucas und Richard Cochran
„Der Hund und die übriggebliebene Nahrung“ (dt. / engl.)  – Auszug aus dem Roman „Watt“.

Die Lesereihe mit ausgesuchten Texten von Samuel Beckett findet während der documenta 14 jeden Mittwoch jeweils 17 Uhr in „Beckett’s Biergarten“, Friedrichsplatz, gegenüber dem Fridericianum statt.

Es wird Englisch und Deutsch gelesen, jeweils der Originaltext und die Übersetzung. Eintritt frei. Die Reihe wird fortgesetzt.

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„Ein nachdenklicher Narr“

Eine Rezension zur Aufführung von „Das letzte Band“ mit Valentin Jeker findet sich auf der HP der Beckett-Gesellschaft. Wer lesen will, der klicke: http://www.beckett-gesellschaft.de/

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Es wird weitergelesen

Eine Lesereihe mit Texten von Samuel Beckett während der documenta 14
Veranstalter: Samuel Beckett Gesellschaft in Kooperation mit dem Wirt Brendan Kennedy

Mittwoch, den 9. August 2017
Es lesen: Winnie Wilka und Ignatz Wilka
„Mr. Watt bereitet ‚das Gericht‘ zu …“ (dt./engl.)  – Auszug aus dem Roman „Watt“.

Die Lesereihe mit ausgesuchten Texten von Samuel Beckett findet während der documenta 14 jeden Mittwoch jeweils 17 Uhr in „Beckett’s Biergarten“, Friedrichsplatz, gegenüber dem Fridericianum statt.

Es wird Englisch und Deutsch gelesen, jeweils der Originaltext und die Übersetzung. Eintritt frei. Die Reihe wird fortgesetzt.

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Beckett trug eine Gucci Tasche (?!) …..

In dem soeben erschienenen Buch „Legendary Authors and the Clothes They Wore“ von Terry Newman (Verlag: Harper Design) wird versucht bisher Verborgenes herzustellen zwischen der Kleidung von Schriftstellern und deren Prosa.

Man erfährt u.a., dass Beckett eine Gucci Tasche trug und Clarks Wallabee Schuhe liebte, Proust als „the godfather of fashion“ bezeichnet werden kann (Yves Saint Laurent soll von seinem Kleidungsstil „obsessed“ gewesen sein).  Dorothee Parker arbeitete für Vogue. Hemingway….., Gertrude Stein….,

Die Buchautorin zu Ihrem neuen Buch: “When I sat down the first morning and started writing about Samuel Beckett, I thought: ‘Oh, my goodness. Am I doing something completely outrageous?’”

Paula Cocozza in einem Artikel in „The Guardian“ vom 16.7.2017 schreibt: „The title reads like a provocation: Legendary Authors and the Clothes They Wore. What? Shouldn’t authors, especially “legendary” ones, be exempt from fashion scrutiny? Surely we should look at their words, not their outfits. If they produced great works of art, who cares how they dressed?

mehr (vollständiger Artikel von Paula Cocozza)

 

 

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Das letzte Band

Damals war Krapp (Valentin Jeker) 39, als er wie eine Art Tagebuch, die Tonbänder besprach. Jetzt, 30 Jahre später ist er ein zermürbter, alter Mann und hört sich die alten Bänder an: den Tod seiner Mutter, die Liebesszene auf einem Boot, … Immer wieder spult Krapp zurück und lauscht seinem früheren Ich wie einer fremden Person. Mit krächzender Stimme spottet er über sich selbst: „Kaum zu glauben, dass ich je so blöd war.“ Er spricht mit den Bändern, wie andere alte einsame Leute mit Tagebüchern, Fotoalben, Andenken Zwiesprache halten.

1958 in London uraufgeführt, Premiere in Deutschland ein Jahr später, ist „Das letzte Band“ das einzige Theaterstück, das es auf die Liste der „100 Bücher“ der ZEIT geschafft hat. Und was für Beckett zu „Endspiel“ schrieb stimmt natürlich auch für dieses Stück: „Mein Stück will bloßes Spiel sein. Nichts weniger. Von Rätseln u. Lösungen also kein Gedanke. Es gibt für solches ernstes Zeug Universitäten, Kirchen, cafés du commerce usw.“ Man kann es aber auch gerne anders sehen und hören.

 Valentin Jeker, Jahrgang 1934, ist ein Schweizer Schauspieler, der seit 1961 auf verschiedenen deutschen namhaften Bühnen spielte, darunter Stuttgart, Köln, Tübingen u.v.a.m. Unter Manfred Beilharz spielte er in Freiburg und in Kassel und inszenierte selbst u.a. von Samuel Beckett „Warten auf Godot“ und „Glückliche Tage“. 2015 hatte Jeker seine erste Ausstellung als Maler in Berlin.

Das letzte Band – Theaterstück von Samuel Beckett (1958) in der Übersetzung von Elmar und Erika Tophoven

Krapp: Valentin Jeker / Regie: Michael Kaiser

Termine:
Freitag, 4. August 2017, 20 Uhr
Samstag, 5. August 2017, 20 Uhr
Sonntag, 6. August 2017, 20 Uhr

im Kulturhaus Dock 4, Studiobühne Deck 1
Eingang Oberste Gasse
34117 Kassel

Eintritt: 10 € / 6 €

Eine Veranstaltung der Samuel Beckett Gesellschaft in Kooperation mit der Goethe-Gesellschaft Kassel

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