Die Aporie von Beobachtung und Fortbewegung in Samuel Becketts Roman “Molloy”

JULI 21, 2012
Einleitung

Samuel Beckett hat 12 Romane geschrieben. In einer sehr produktiven Phase zwischen 1948 und 1953 arbeitete er an der Romantrilogie „Molloy“, „Malone meurt“ und „l’Innommable“.
Noch bevor sich seine Arbeiten im Bereich des Absurden Theaters einen Namen machen konnten, wurde in diesen Romanen jener Stil deutlich, der sein weiteres Arbeiten prägen sollte. Dieser Stil äußert sich darin, dass Beckett seinen Texten „bewusst sprachlicher Möglichkeiten beraubt“.1
„Molloy“ wurde von Beckett zuerst in Französisch verfasst und anschließend ins Englische übertragen. Die deutsche Übersetzung folgte 1951 von Erich Franzen.
Wenn man von Bewegung in Becketts Roman „Molloy“ reden kann, dann nur in Verbindung mit der Aporie. Es findet Bewegung statt, es finden Beobachtungen statt, doch es gibt keinen erkennbaren Handlungsfortschritt. Wenn Molloy anfängt zu erzählen, dann verschiebt sich der Beginn der Handlung in eine für den Leser nur noch schwer wahrnehmbare Richtung. Bewegt sich Molloy, dann kommt er selten weit und die Mittel zu seiner Fortbewegung reichen von absurd bis fragwürdig. Das gleiche gilt für Jacques Moran, der im zweiten Teil von „Molloy“ auf Molloy angesetzt wird. Er soll ihn aufspüren und diese Aufgabe kann er genauso wenig lösen, wie es Molloy gelingt, den Leser aufzuklären, wie er ins Zimmer seiner Mutter kam. Ein knapper Querschnitt durch den Roman soll Aufschluss über einige von einer Vielzahl an Aporien geben, in die man sich als Leser unweigerlich verstricken muss.
Die Aporie im Falle der sprachlichen Bewegung und wie sie dargestellt wird, so wie diese sich zum Schluss als reiner Erzähl-Drang des Protagonisten entpuppt soll klarer herausgearbeitet werden.

Den ganzen Text zu Molloy gibt es hier:

http://klappentexte.wordpress.com/2012/07/21/die-aporie-von-beobachtung-und-fortbewegung-in-samuel-becketts-roman-molloy/

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Thomas Bernhard: Die Autobiographie [Ebook]

Residenz Verlag, 2011-09-06

Untertitel: Die Ursache / Der Keller / Der Atem / Die Kälte / Ein Kind

Einzigartig und einmalig: die autobiographischen Erzählungen Thomas Bernhards in einem Band!

In fünf Erzählungen zwischen Dichtung und Wahrheit legt Thomas Bernhard offen, wie er der Schrifsteller wurde, der er war – von der Kindheit über die Internatszeit in Salzburg, die Lehre und das Studium bis zur Isolation des Achtzehnjährigen in einer Lungenheilstätte.

Wer die Welt des Thomas Bernhard vestehen will, findet hier den Schlüssel: >>Das ist die Geschichte eines jungen Menschen, auf dem eigentlich nur herumgetrampelt worden ist, sei es von Seiten der Stadt, ihrer Bewohner, der Verwandtschaft, ganz gleich.<< (Thomas Bernhard)

Quelle: http://bestsellerscans.blogspot.de/2012/07/thomas-bernhard-die-autobiographie.html

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Happy Days Festival in Enniskillen würdigt Samuel Beckett

10.07.2012

Enniskillen (ui) – Fans von Samuel Beckett, dem großen Einzelgänger der Literatur, reisen vom 23. bis 27. August in die nordirische Kleinstadt Enniskillen, um das erste internationale literarische „Happy Days Festival“ zu feiern. „Happy Days, Glückliche Tage“ gilt nach „Warten auf Godot“ als das zweitbedeutendste und zugleich meistgespielte Bühnenstück des großen Einsamen des absurden Theaters.

Der junge Beckett hatte in Enniskillen die renommierte Portora Royal School besucht und bereits erstes literarisches Können unter Beweis gestellt. Ausführlichere Informationen zu dem Festival, das rechtzeitig zum 400-jährigen Jubiläum der Stadtgründung veranstaltet wird, erhalten Sie unter www.happy-days-enniskillen.com.

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Mahlers ungehörter Abgesang

26. Juni 2012 heißt es im Deutschlandfunk um 9 Uhr 05:

Vor 100 Jahren wurde Gustav Mahlers Symphonie Nr. 9 in Wien uraufgeführt

Von Michael Stegemann

„Hier muss man wohl erst gestorben sein, bevor sie einen leben lassen“, klagte der Komponist Gustav Mahler einmal über Wien. Und wirklich: Als der Dirigent Bruno Walter am 26. Juni 1912 – ein Jahr nach Mahlers Tod – dessen Neunte in Wien zur Uraufführung brachte, schienen Publikum und Presse plötzlich versöhnt.

„Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort“,

schrieb Arnold Schönberg 1912 in einer Gedenkrede auf seinen Kollegen Gustav Mahler. Nachdem Beethoven, Schubert, Bruckner und Dvorák nicht über neun Symphonien hinaus gekommen waren, war tatsächlich auch Mahler von der abergläubischen Furcht besessen, nach seiner Neunten sterben zu müssen. Als er 1908 mit der Arbeit an dieser Symphonie begann, hatte er noch geglaubt, das Schicksal überlisten zu können:

„Eigentlich ist es ja die Zehnte, weil ‚Das Lied von der Erde‘ meine Neunte ist …“

Aber es war vergebens: Die Symphonie Nummer 9 blieb sein letztes vollendetes Werk – Mahler starb über der Arbeit an seiner Zehnten am 18. Mai 1911. Ein gutes Jahr später, am 26. Juni 1912, brachte Bruno Walter in Wien mit den Philharmonikern die Neunte zur Uraufführung. 1894 war der gerade einmal 18-jährige Bruno Walter Mahlers Assistent an der Hamburger Oper geworden.

„[Und] das war für mich ein ungeheures Erlebnis. Sein ganzes Denken und Fühlen war dem Geist gewidmet und vom Geist erfüllt.“

Und Walter gehörte in den nächsten Jahren zu den engsten Vertrauten und Mitarbeitern Mahlers, der ihm quasi die Uraufführungen seiner beiden letzten Werke anvertraut hatte.

„Mahler hatte mir die Partitur übergeben und gesagt: Ich kann das nicht mehr machen, machen Sie’s. Ich habe in dem Jahr in München ‚Das Lied von der Erde‘ zur Uraufführung gebracht, und im Jahr 1912 […] in Wien die Neunte. Das sind die beiden Werke von Mahler, die er selbst nicht mehr gehört hat, und die er mir übergeben hatte.“

Mahlers Neunte ist ein Abgesang – der bittersüße Abschied von einer dem Untergang geweihten Welt und vielleicht die letzte große Symphonie im klassisch-romantischen Sinne. Bruno Walter:

„Wenn man Mahler verstehen will, muss man verstehen, wie sehr der Weltschmerz in ihm Wurzel gefasst hatte.“

Alle vier Sätze der Symphonie atmen diesen Weltschmerz, den auch das Uraufführungspublikum verspürte, und der in der Presse nachklang:

„Der resignierte Abschied eines Unsteten …“

„Todesselige, bange und süße Entrücktheit …“

„Das große, herrliche Lied vom Nimmerwiedersehen …“

„Der Tod als Erfüllung alles dessen, was Lebenskampf und Lebenssehnsucht einstmals als Ziel boten.“

Ein Andante comodo am Anfang, ein Adagio am Ende: dunkel, schwer, am Rande der Tonalität, wie eine Vorahnung kommender Katastrophen. Die Unschuld des zweiten Satzes „Im Tempo eines gemächlichen Ländlers“ ist trügerisch … und auch das „Burleske Rondo“ an dritter Stelle kündet eher von Zerrissenheit und Schmerz als von „bäuerlicher“ Ausgelassenheit.

Geradezu geschichtsträchtig ist der Wiener Konzertmitschnitt von Mahlers Neunter unter Bruno Walter vom 16. Januar 1938. Schon bei der Uraufführung der Symphonie hatte am Konzertmeister-Pult der Wiener Philharmoniker Mahlers Schwager gesessen, der Geiger Arnold Rosé – ebenso wie jetzt, 26 Jahre später: wenige Wochen vor dem nationalsozialistischen „Anschluss“ Österreichs, der für die Juden zu jenem „Weltuntergang“ wurde, den Mahler wohl vorausgeahnt hatte. Arnold Rosé und Bruno Walter konnten in letzter Minute aus dem Land fliehen. Wie hatte Mahler einmal gespottet:

„Muss man denn dabei sein, beim Unsterblichwerden?“

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James Joyce ist ein Ingenieur aus Australien

http://www.badische-zeitung.de/ihringen/in-90-sekunden-von-abfall-zu-kohle–60834563.html

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Nachlese zum Bloomsday ….

… oder muss es Bloom’s Day heißen?

Wer danach dürstet, Ulysses im Original zu hören, der kann es hier tun:

http://www.bbc.co.uk/radio4/programmes/schedules/fm/2012/06/16

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Sonntag, 10.6.2012, 18.20 Uhr, SWR2 Hörspiel am Sonntag

Stephen Daedalus

Nach dem gleichnamigen Romanfragment von James Joyce

Aus dem Englischen von Georg Goyert
Regie: Mathias von Spallart
Produktion: DRS 1976
Länge: 51 Minuten

Stephen Daedalus ist als junger, aus Paris zurückgekehrter irischer Lehrer eine der Hauptfiguren im „Ulysses“ von James Joyce. Stephen war aber bereits Hauptfigur im 1916 erschienenen Roman „A Portrait of the Artist as a Young Man“, dem das Romanfragment „Stephen Hero“ voranging. In den fünf Kapiteln beschreibt James Joyce Kindheit, Jugend und Adoleszenz von Stephen Daedalus, der über Konflikte mit der Familie, den kirchlichen wie weltlichen Autoritäten im Irland der Jahrhundertwende zu einer künstlerischen Identität findet. Auch wenn die Figur autobiografisch grundiert ist, so steht sie doch exemplarisch für eine katholische Jugend in Dublin. Deutlicher als in seinem Erzählungsband „Dubliner“ von 1914 experimentiert Joyce bereits hier mit den modernen Erzähltechniken, die sich vom Diktat des Naturalismus emanzipierten und später im „Ulysses“ ihre ihnen gemäße Form gefunden haben.

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Unerhört! – „Ulysses“ als Hörspiel am Bloomsday

Sieben Stunden „Ulysses“ im Deutschlandfunk

Der 16. Juni ist der Bloomsday, der wohl einzige Feiertag, der auf ein literarisches Ereignis zurückgeht, auf den „Ulysses“ von James Joyce, der ja seinen Helden Leopold Bloom über 18 Kapitel und mehr als 1000 Seiten hinweg auf eine Odyssee durch Dublin schickt, genau am 16. Juni 1904 von acht Uhr morgens bis um zwei Uhr spät in der Nacht.

Deshalb ist der Bloomsday in Dublin längst Kult für die vielen Joycianer, aber auch überall in der Welt wird an diesem Tag des größten und einflussreichsten Romans des 20. Jahrhunderts gedacht.

Seit Beginn dieses Jahres sind nun die Rechte des letzten Erben von Joyce erloschen und damit der Weg frei, sich schöpferisch mit seinem Werk auseinanderzusetzen. Das hat Manfred Hess vom Südwestrundfunk in freudiger Erwartung auf das Jahr 2012 schon vor drei Jahren ermutigt, den gesamten Roman als Hörspiel zu planen, mit dem Deutschlandfunk als Koproduzent.

Und nun wollen wir feiern: Am Bloomsday 2012 hören Sie das wohl größte, wagemutigste Experiment in der Geschichte des Hörspiels. Klaus Buhlerts Vertonung des Romans: 18 Teile, die entsprechend den 18 Kapiteln (jedes davon folgt einer anderen Erzählstrategie und einem anderen Rhythmus) als 18 eigenständige Hörspiele konzipiert sind und doch alle aufeinander verweisen. Hier hat der Komponist und Regisseur Buhlert eine Aufgabe übernommen, die in ihrer Herausforderung an die Durchdringung und Komprimierung des Textes, der akustischen Mittel und Erfindungen ohne Beispiel ist und dem Genre ganz neue Möglichkeiten und Impulse beschert.

Mehr:

http://www.dradio.de/aktuell/1770113/

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End-Spiel

Ein komisch-tragischer Monolog zweier Personen nach Endspiel von und als Hommage an Samuel Beckett

Die Inszenierung folgt Samuel Becketts Prinzip der Reduktion. Ein karger Raum; darin Clov, der kann sich nicht setzen; auf einem Stuhl sitzend Hamm, blind und lahm. Die Welt draußen ist Ödnis. Drinnen wird in komisch-tragischen Monologen Beziehung immer aufs Neue demontiert. Kleine Kämpfe um Raum, Zuneigung und ein bisschen mehr Macht sind irgendwie vertraut und alltäglich absurd.

Die Beiden brauchen und hassen einander; Herr und Knecht. Ein Spiel gespielt von einem, der übriggeblieben ist. Als Hamm oder Clov vergewissert er sich seiner selbst in einer sich auflösenden Welt.

Das Spiel lässt Variationen zu, die seinen Ausgang ungewiss machen. Sie nähren die Hoffnung, dass es diesmal anders ausgehen werde als beim letzten, vorletzten … Mal. Dass „es endet“ ist zum Greifen nahe. „Du kannst überall hin gehen … wir entlassen einander … ohne den anderen werden wir sterben.“

Regie: Christian Suchy
Idee und Spieler: Matthias Thonhauser

Sichern Sie sich bei WIEN-TICKET Ihre Karten für End-Spiel und genießen Sie einen unterhaltsamen Abend im Schubert Theater!

Veranstalter: Verein der Freunde und Förderer des Schubert Theater Wien

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Mehr hier:
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http://www.wien-ticket.at/de/ticket/10896/endspiel-samuel-beckett-schubert-theater-wien

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Erika Schmied

Wer ist Erika Schmied? Eine wunderbare Frau, die ich auf der DOCUMENTA IX kennenlernte und seit dem nicht mehr gesehen und gesprochen habe. Sie war mit Thomas Bernhard befreundet und ist mit Wieland Schmied verheiratet:

Siehe hier:

http://www.galerie422.at/depotkuenstler-uebersicht/depotkuenstler-s-z/schmied.html

http://www.muery-salzmann.com/shop_webfiles/1/content/190/flachgauer_nachrichten_bernhard.pdf

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